Kirchenkonzert: Weihnachtliche
Weisen
LMit einem Konzert „Weihnachtlicher
Weisen“ setzte der Männergesangverein Liederkranz 1957
Iffezheim am Johannestag den Feiern um Christi Geburt
noch ein kleines Glanzlicht auf. Begleitet von Texten
des Diakons Siegfried Oesterle entführte der Chor die
Zuhörer in der vollen katholischen Pfarrkirche in die
Weihnachtszeit.

Bereits zu Beginn des Konzert
zeigte der Chor seine gute Verfassung, als er von starken
Bässen getragen, fanfarengleich „Auf gläubige Seelen
(Adeste Fidelis)“ in das Kirchenschiff schmetterte.
Das dem verstorbenen Ehrenvorsitzenden
Karl Schäfer und dem scheidenden Pfarrer Walfried Asal
gewidmete, rein aus deutschsprachigen Stücken bestehende
Programm umfasste die ganze Bandbreite weihnachtlicher
Chormusik.
Die Volksfrömmigkeit des Alpenlandes
fand Eingang in das Programm mit dem „Sanctus“ und dem
kanonartigen „Andachtsjodler“ aus der „Deutschen Bauernmesse“
Annette Thomas. Modern umgesetzt wurde die alpenländische
Klangsprache im „Gloria“ und dem „Halleluja-Jodler“
des 1956 geborenen österreichischen Komponisten
und Musikpädagogen Lorenz Maierhofer, die gerade aus
ihrer Schlichtheit Kraft und Ausdruck zogen.
Zarte romantische Töne erklangen
mit Hofkapellmeister Johann Friedrich Reichardts „Heilige
Nacht“. Romantisch blieb es auch in der „Hymne an die
Nacht“, bei der Friedrich Silcher um die Mitte
des 19ten Jahrhunderts einen ursprünglich portugiesischen
Text mit dem Thema aus dem zweiten Satz der Klaviersonate
„Appassionata“, dem Inbegriff romantisch-solistischer
Virtuosität, Ludwig van Beethovens verband, die vom
Männerchor mit langem Atem im Piano und vollem Register
im Fortissimo umgesetzt wurde.
Ganz und gar mit mit den elegischen
Tönen räumte der Männerchor bei „Es ist ein Reis
entsprungen“ auf. Statt in der bekannt romantisch breiten
Version, brachte der Chor das Stück in dem menuett artig
rhythmisch akzentuierten Chorsatz des Michael „Praetorius“
Schultheiß dar, bei welchem der Klangkörper unter
der Stabführung von Herbert Szymanski sein dynamisches
Können aufblitzen ließ.
Wahre Stimmbandakrobatik verlangte
der von zahlreichen Oktavsprüngen geprägte „Weihnachtsengel“
von den Männern, welche sie jedoch gekonnt meisterten,
wie das Publikum und der anwesende Komponist Klaus Schäfer
begeistert bescheinigten.
Ein wahre Genuß für die Zuhörer
war die abschließende Darbietung der wohl bekanntesten
Weihnachtslieder „Stille Nacht, heilige Nacht“ und „Oh,
Du fröhliche“ in perfekten vierstimmigen Chorsatz, was
diese mit stehenden Ovationen würdigten.
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