Fahrt zum Partnerschaftjubiläum 2011

Nach 10-stündiger Busfahrt endete
am Dienstagabend die Reise von etwa 100 Iffezheimer
Bürgern in die Partnergemeinde Hoppegarten, um dort
den vor 20 Jahren geschlossenen Partnerschaftsvertrag
mit den Unterschriften der beiden Bürgermeister Peter
Werler und Klaus Ahrens zu erneuern. Diesen erlebnisreichen
Besuch wird wohl keiner der Teilnehmer so schnell vergessen.
Am Freitagabend bezogen die einzelnen
Vereine und Gruppen nach dem herzlichen Empfang im Gemeindezentrum
von Hoppegarten die Quartiere. Der Samstag bot dann
den ersten von einigen Höhepunkten, die noch folgen
sollten: den Besuch der Baustelle des zukünftigen Berliner
Großflughafens Schönefeld, der den bisherigen Flughafen
Tegel ablösen wird. Die sachkundigen Führer gaben einen
hochinteressanten Blick auf die Entwicklung des Berliner
Flugverkehrs von den Anfängen über die nationalsozialistische
Zeit, die DDR-Ära bis hin zum heutigen Tag. Die Iffezheimer
bestaunten ein gigantisches Projekt, das allmählich
seiner Vollendung im nächsten Jahr entgegengeht. Das
dabei auch eine erkleckliche Anzahl von Betonsteinen
der Firma Kronimus seine Verwendung findet, wurde befriedigt
zur Kenntnis genommen. Das anschließende Mittagessen
wurde im ehemaligen Kuhstall eines Hofguts in der Nähe
Hoppegartens eingenommen, der zum rustikalen Gastraum
umgebaut wurde. Bei strahlend blauem Himmel, der
auch die restlichen vier Tage dominierte, hatte man
danach noch ein wenig Zeit, die Ausmaße des Anwesens
in Augenschein zu nehmen.
Der Abend war dann der Erneuerung
der Partnerschaft der beiden Rennbahngemeinden gewidmet.
Böllerschüsse eröffneten die Feier. Die Bürgermeister
Ahrens und Werler betonten in ihren Reden, wie wichtig
ihnen diese Partnerschaft sei. Beide hoffen, dass dies
über die Zeiten hinweg Bestand haben möge. Vor allem
aber seien in den vergangenen 20 Jahren Freundschaften
entstanden, die die wirkliche Basis für das gute Verhältnis
beider Gemeinden sei. Der vormalige Iffzheimer Kämmerer
Siegbert Heier, der zusammen mit Altbürgermeister Otto
Himpel die Anfangsjahre mitgestaltete, gab einen Abriss
über die gesamte Entwicklung der Beziehung beider
Kommunen und belegte seinen Beitrag mit Fotos aus dieser
Zeit. Siegbert Heier hat dies alles in einer Broschüre
zusammengetragen, die an diesem Abend unter den Anwesenden
verteilt wurde. Der Männergesangverein untermalte unter
der Leitung von Martin Brenner mit Liedbeiträgen diesen
offiziellen Teil des Abends. Auch die „Parforcebläser“
steuerten ihre hörenswerten Klänge bei. Das Buffet,
das an diesem Abend geboten wurde und das keinen Wunsch
offen ließ, wurde von allen Iffzern hoch gelobt. Zu
später Stunde übernahmen dann die Sänger die Regie und
zogen die Besucher nach und nach ins Foyer des Gemeindezentrums,
wo sie in einem großen Kreis zusammen mit Hubert Müller
an der „Quetsch“ einen bunten Strauß Lieder „aus der
Hüfte schossen“. Die freiwillige Feuerwehr Hoppegartens
übernahm in den Morgenstunden dankenswerterweise den
Personentransport in die Unterkünfte.
Der Sonntag gab allen Reiseteilnehmern
die Chance, die Bundeshauptstadt für sich zu erobern.
Und so hörte man an diesem Tag dann am Brandenbuger
Tor auch badische (und auch schwäbische…) Laute.
Die Stadt vibrierte bei diesem wunderschönen Wetter
geradezu vor Lebenslust und zeigte sich von ihrer allerbesten
Seite.
Der Festakt zum Tag der Deutschen
Einheit war etwas ganz besonderes. Bürgermeister Ahrens
konnte als Gastredner Eberhard Diepgen gewinnen, den
ehemaligen Regierenden Bürgermeister der Stadt Berlin.
In seiner brillanten Rede, die wirklich jeden alle gefangen
nehmen mußte, schlug er den Bogen von 1989 bis zum heutigen
Tag. Er betonte sehr, dass es sich nicht nur um eine
bloße Wende gehandelt habe. Vielmehr sei es eine vom
Volk getragene Revolution gewesen, die er in die geschichtliche
Reihe mit der badischen Revolution von 1848 stellte.
Dafür sei den ostdeutschen Bürgern hoher Respekt zu
zollen. Diese Rede war wohl vor allem deshalb so eindrucksvoll,
weil sie von keinerlei parteipolitischen Aspekten beeinflusst
war. Es war vielmehr die Analyse eines Politikers, der
damals eben dabei war – und der aus heutiger Sicht die
ein oder andere Entscheidung oder die ein oder andere
in der Euphorie der Situation getane Aussage durchaus
bereit war zu relativieren. Auch bei dieser stimmungsvollen
Feier wirkten die Sänger des „MGV-Liederkranz“ mit und
wussten dabei wieder stark zu beeindrucken beeindrucken.
Mit dem gemeinsam gesungenen „Lied der Badener“ und
der „Brandenburghymne“ endete eine würdige Feier zum
Tag der Deutschen Einheit.
Den Rest des Tages verbrachten
die Iffezheimer auf der Hoppegartner Rennbahn, die so
eine ganz und gar andere Ausstrahlung besitzt, wie unsere
eigene. Wenn es an beiden Orten gelingen würde, diese
brandenburgische Volksfest-Atmosphäre mit der vordergründig
auf das Elegante ausgerichtete Ambiente in Iffezheim
zu „kreuzen“, wäre das sicherlich ein Gewinn für beide
Renngemeinden.
Auf der Haupttribüne waren
für die Iffzer Reisegruppe Plätze reserviert und
so genossen alle „den Blick von oben herab“ einmal hautnah.
Nebenbei: auch daran kann man sich gewöhnen. Und
dort oben zeigte sich eine weitere verbindende Gemeinsamkeit
aller Rennsportfreunde in Ost und West: das Gewinnen
will gekonnt und das Verlieren ertragen sein! Und zwar
hier wie dort… Die Sänger verließen als eine der letzten
den schönen Ort, denn sie sorgten an den Erfrischungsständen
für Umsatz. Dass dabei noch das ein oder andere Lied
gesungen wurde, braucht man an dieser Stelle nicht besonders
hervorzuheben. Den Brandenburgern drum rum gefiel es
jedenfalls sehr!
Vor der Rückreise nach Baden überraschten
uns die Freunde aus Hoppegarten noch mit einem Reisepräsent.
Mit dem Versprechen, sich spätestens im nächsten Jahr
beim Gegenbesuch in Iffezheim wiederzusehen, ging man
auseinander.
Die Sänger möchten sich für die
Großzügigkeit und herzliche Aufnahme seitens der
Gemeinde Hoppegarten herzlich bedanken. Es waren schöne,
unvergessliche Tage! Unser Dank gilt aber auch der Gemeinde
Iffezheim, die diese Reise großzügig unterstützt hat.
|